Immer öfter finden werdende Mütter keine Hebammen im RTK – haben Sie dafür Lösungen? – Sandro Zehner

Immer öfter finden werdende Mütter keine Hebammen im RTK – haben Sie dafür Lösungen?

Wir haben jüngst ein Hebammenkonzept im Kreistag beschlossen – das geht in die richtige Richtung. Als Vater von zwei Töchtern weiß ich, wie wichtig die Beratung und Erfahrung der Hebammen rund um die Geburt für werdende Eltern ist. Grundsätzlich muss der Beruf wieder attraktiver werden und Belastungen für die Hebammen müssen reduziert werden – das haben leider wir im Landkreis nicht in der Hand. Aber für alle, die keine Hebamme finden, brauchen wir eine zentrale Hebammensprechstunde im Kreis und ein gutes Netzwerk, damit werdende Mütter und Hebammen einen Ort haben, wo sie zusammenfinden können.

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Wie sieht Ihr Fahrplan für eine bessere medizinische Versorgung aus?
Wir müssen uns dafür einsetzen, dass wir diese beiden Krankhäuser auch in Zukunft erhalten. Darüber hinaus, brauchen wir eine Bündelung von Fachkräften in Ärztezentren, um Anforderungen wie Barrierefreiheit gerecht zu werden. Hier müssen wir – eventuell auch mit kommunalen – Medizinischen Versorgungszentren Angebote schaffen. Das jetzt im Kreistag verabschiedete Konzept hinsichtlich Landarztstipendium ist ein wichtiger erster Schritt: Denn wir brauchen die enge Anbindung an die jungen Ärztinnen und Ärzte, damit sie sich bei uns in der Region niederlassen.
Demenz ist ein zunehmendes Thema, wie kann der Kreis hier unterstützen?
Es stimmt, der demografische Wandel und damit auch eine Zunahme von Krankheitsbildern, wie Demenz beschäftigen uns seit Jahren im gesamten Kreisgebiet. Dafür brauchen wir passende Angebote: ambulante Pflege, ebenso wie stationäre Konzepte, die den Herausforderungen der Krankheit gerecht werden. Innovative Ansätze wie ein „Demenzdorf“ oder „Demenz-Quartier“ halte ich für einen guten Ansatz, der sowohl den Angehörigen, als auch den Betroffenen gerecht wird.
Wie wollen Sie den Seniorinnen und Senioren gerecht werden?
Seniorinnen und Senioren sind mittlerweile eine sehr große Bevölkerungsgruppe in unseren Städten und Gemeinden. Hier brauchen wir attraktive kulturelle Angebote für die Lebensgestaltung im Alter, damit sie aktiv und agil bleiben können – denn sie sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Viele engagieren sich ehrenamtlich, das müssen wir unterstützen und fördern. Zusätzlich brauchen wir eine starke Unterstützung rund um das Thema Pflege. Wir müssen die verschiedenen Netzwerke im Kreis in diesem Bereich ausbauen, um Angebote in den 17 Kreiskommunen schaffen zu können. Ein gutes Beispiel ist das „Netzwerk Wohnen“, über das wir in Taunusstein seit Jahren erfolgreich mit anderen Städten und Gemeinden sowie Ehrenamtlichen kostenlose Beratung anbieten, damit ältere Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Der Kreis muss hier die Kommunen stärker unterstützen, damit die Menschen vor Ort von überregionalen Angeboten profitieren können.